Die Kiesdorfer Mühlen

Alle Mühlen des Ortes waren Wassermühlen.

Die Mühle im Oberdorf

Das Oberdorf hatte eine Mühle, jetzt Ufergasse Nr. 1. Sie mag jedes Mal nach dem Besitzer genannt worden sein. Der Mühlgraben wurde gleich nach Eintritt der Gaule in Kiesdorfer Territorium abgeleitet. (In Nähe des Grundstückes Obere Straße 1b) Sein Lauf lässt sich anhand vorhandenen Baumbestandes streckenweise noch gut verfolgen. Nach ca. 600 m erreichte er die Mühle. Zuletzt hatte ein massiver Anbau das Getreidemahlwerk beherbergt. Bis 1945 wurde noch geschroten. Es erfolgte Stilllegung und 1954 Demontage aller Maschinen. Die Zeit der Außerbetriebsetzung des Wasserrades konnte noch nicht ermittelt werden.

In den 60er Jahren endete die mit dem Grundstück verbundene Landwirtschaft. Die Bewohnbarkeit des Hauses verschlechterte sich, reichte aber bis zum Ende der 80er Jahre. Ein Görlitzer Besitzer errichtete schon vorher auf den Grundmauern der verfallenen Scheune einen Glasaufbau und nutze ihn bis kurz vor der Wende gärtnerisch. Nachkommen bauten danach das Hauptgebäude zu einem repräsentativen Wohnhaus aus.

Die Jäckel-Mühle

Die heutige Jäckel-Mühle, jetzt Dorfstraße Nr. 59, in der Mitte Kiesdorfs gelegen, aber bereits zum Niederdorf gehörend, ist die zweite Kiesdorfer Mühle. Das Wehr, vor dem der Mühlgraben abgezweigt wurde, liegt hinter dem Kulturzentrum und ist relativ gut erhalten. Der Graben liegt trocken, ist teilweise zugefüllt, aber in seinem Verlauf gut sichtbar und ca. 500 m lang.

Jäckel Mühle
Jäckel Mühle

Das Wohnhaus in seiner typischen oberlausitzer Bauweise, 1836 neu gebaut, hat geschnitzte Säulen im Umgebinde. 1837 wurde der Mühlenanbau mit seinem schönen Fachwerkerneuert. Das Anwesen ist ein Baudenkmal. Ein am nordöstlichen Giebel des Mühlenanbaus aufgeführter massiver Gebäudeteil, mit dem das mindestens 6 m im Durchmesser zählende (oberschlächtige) Wasserrad eingehaust war, musste kürzlich entfernt werden. Im Mauerwerk sind noch die Lagersteine der Mühlradwelle erkennbar. Das Rad selbst wurde 1938 wegen Baufälligkeit gegen eine Wasserturbine ausgetauscht.

Der Mühlenbetrieb (zuletzt Schroterei) endetet 1963, danach schließlich auch die mit dem Grundstück verbundene Landwirtschaft. Von der antriebstechnischen Einrichtung konnte nichts erhalten werden. Jetzt machen sich umfangreiche Restaurierungsarbeiten am Mühlengebäude erforderlich. Einige Sachzeugen des Mühlenbetriebes sind noch erhalten.

Die Hauke-Mühle

Kiesdorfs dritte Mühle, die Hauke-Mühle, liegt fast am Ende des Niederdorfes, Dorfstraße 92 und 93. Das Anwesen ist aber von der Oberen Straße aus (neben dem ehemaligen Gasthof "Löwe" gelegen) gut zu sehen. Das Wehr in der Gaule (einige Steine erinnern noch daran) vor dem der Mühlgraben abzweigte, ist leicht im Auengrund (gegenüber der Nr. 5)zugänglich. Der Mühlgraben hatte eine Länge von ca. 600 m. Sein Lauf ist nur noch auf den Grundstücken Dorfstraße ab Nr. 76 durch Aufwuchs erkennbar.

Ganz am Anfang war es auch eine Getreidemühle, zuletzt Schroterei. Es lief ein oberschlächtiges Wasserrad, welches aber Mitte der 30er Jahre durch einen Dieselmotor ersetzt wurde. Ab 1935 bis 1944 wurden hier jedoch Knochen gemahlen und Horn zu Spänen als Düngemittel verarbeitet. Diese gingen vor allem nach Niederschlesien. Heute erinnert noch ein alter Mühlstein an den damaligen Betrieb. Zwei Wohnhäuserbefinden sich jetzt auf dem Grundstück.