Besiedlung des Gebiets

Slawen und Burgunden

Allmählich begannen sich in den Menschen Völkerschaften und Stämme zu bilden. Unser Gebiet wurde als Germanien bezeichnet. Ganz im Osten saßen slawische Stämme. Mitteleuropa war damals wohl von Illyrern, Germanen und Kelten bevölkert. Sie waren oft wenig sesshaft. Scharfe Abgrenzungen gab es nicht. Schließlich wird gar eine Völkerwanderung beobachtet, die 375 u.Z. eingesetzt haben soll.

Im 3. Und 4. Jahrhundert drangen die Burgunden, ein ostgermanischer Stamm in unser Gebiet vor. Bodenfunde im Raum Görlitz bestätigen das. Aber bald zogen die Burgunden weiter. Slawische Stämme, auch Sorben oder Wenden genannt, drängten nach. Dies geschah wohl im 6. Jahrhundert. Von den Slawen erhielt unser Gebiet den Namen Lausitz, was so viel wie Sumpfland bedeutet. Riesige Wälder müssen unser Land bedeckt haben. Große dörfliche Ansiedlungen gab es wohl nicht. dafür aber befestigte Plätze, in die sich die Leute bei Gefahr zurückziehen konnten. Ein solcher Platz war der Wall auf dem Schönauer Hutberg. Sein slawischer Ursprung ist durch Bodenfunde belegt.

Burgwardzeit und Christianisierung

Im 10. Jahrhundert begann die Eroberung unseres Gebietes durch die deutschen Kaiser. (Heinrich I, 919 - 936) 928/929 wurde die Burg Meißen errichtet, 965 unter Otto I die Mark Meißen gebildet. Die Lausitz galt als eine besondere Ostmark, und darin lag der Zaghost, das Gebiet östlich von Bernstadt. Markgraf Ekkehard I unterwarf schließlich um das Jahr 1000 hier die Slawen. Sie waren Heiden. Die befestigten Plätze erhielten deutsche Besatzungen. Bezirke wurden eingeteilt und diese Burgwarde genannt. Es ist leicht vorstellbar, zu welchem Bezirk das Gauletal gehörte.

Mit der Eroberung der Ostgebiete begann auch die Christianisierung. Das Gebiet der Mark Meißen bis hin zu uns wurde schließlich das Bistum Meißen (971). In Jauernick entstand schon 967 eine Kirche. Klar und einfach waren die Besitzverhältnisse nicht. Es gab noch manchen politischen Wechsel. Es gab Kriege mit den polnischen Fürsten. So gelangt unser Gebiet etwa von 1010 bis 1040 unter die polnische Krone. 1076 wurde die Lausitz an Böhmen verschenkt. 300 Jahre später wurde sie für etwa 70 Jahre brandenburgisch, dann wieder böhmisch und erst 1635 (im 30-jährigen Krieg) endgültig sächsisch.

Kolonisation

Das eroberte Gebiet war ein Randgebiet des Deutschen Reiches. Aber es musste etwas einbringen, also bewirtschaftet werden. Angesehene Gefolgsleute wurden mit Ländereien belehnt. Das Land aber bestellten die Bauern. Die wenigen noch ansässigen Slawen reichten dazu nicht. Auch die Kirche als bedeutende Macht brauchte eine wirtschaftliche Grundlage. So erhielt auch der Bischof von Meißen Ländereien als Lehen, die er wiederum weitergab. Deutsche Adelsfamilien z. Teil als Reichsministeriale (im Dienste des Reiches Stehende) kamen zu uns. So auch eine Familie aus Melrichstadt (südwestlich von Meiningen gelegen). Es sollen harte Köpfe gewesen sein, was ihnen den Beinamen "Chiselinge de Camenze" eingebracht habe, zu deuten als "hart wie Kieselsteine". Offensichtlich erhielten sie Lehen vom Bischof. Da aber die Bauern fehlten, wurden diese aus Franken und Thüringen geholt.

Mit großen Planwagen begannen sie ihren Treck, wichtige Habe, Geräte und auch Vieh mit sich führend. Zwei bis drei Monate dauerte der Zug. Etwa 20 km konnten am Tag bewältigt werden. Die Wegeverhältnisse waren primitiv. In der neuen Heimat erwartete die Siedler schwere Arbeit. Unterkünfte mussten errichtet werden. Wald war zu roden, das Land in Hufen (Abschnitte) einzuteilen. So entstanden unsere Dörfer, Hufe neben Hufe gelegen, als Reihen- oder Waldhufendörfer. In der Regel bekam jede Bauernfamilie ein gleich großes Stück Land. Jedes Dorf hatte schließlich einen Dorfältesten; er wurde Schulze (Soltetus) genannt. Sein Landstück wurde meist als Freihufe bezeichnet. Eine Hufe bedeutet etwa 25 ha.